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Wenn’s heiß hergeht (September 2021)

90 % der Waldbrände sind menschengemacht

Nachrichten über die Waldbrände Südeuropas und Kaliforniens beherrschten diesen Sommer wochenlang die Schlagzeilen. Hitze und Trockenheit fördern die Ausbreitung der gefährlichen Feuer, die im Zuge des Klimawandels auch in unseren Breiten häufiger werden.

Dabei gehören Waldbrände in einigen Regionen der Erde, wie etwa den borealen Nadelwäldern Nordamerikas und Kanadas oder der Savanne, zur natürlichen Dynamik des Ökosystems. Manche Pflanzen und Tiere in Gebieten mit besonders häufigen Feuern haben sich so gut an diese Störungen angepasst, dass sie sogar auf Brände angewiesen sind, beispielsweise um sich fortzupflanzen. Dabei spricht man auch von „Pyrophilie“, also „Feuerliebe“. So öffnen sich die Zapfen einiger Kiefernarten erst bei Feuereinwirkung und können keimen. Eukalyptusbäume wiederum, die selbst feuerfest sind, weisen eine so hoch entzündliche Laubstreu und Borke auf, dass sie selbst das Auftreten von Waldbränden fördern. So können sie weniger brandresistente Konkurrenten ausschalten. Auch etwa 40 Insektenarten sind auf Feuer angewiesen. Manche Käferarten verfügen sogar spezielle Wärmesensoren, mit deren Hilfe sie Waldbränden folgen, um dann im verkohlten Holz ihre Eier abzulegen.

In der natürlichen Dynamik der mitteleuropäischen Wälder treten solche Feuer jedoch nur selten und sehr kleinflächig auf. Fakt ist, dass weltweit rund 90 % aller Waldbrände indirekt oder direkt vom Menschen verursacht werden, etwa durch weggeworfene Zigaretten, außer Kontrolle geratene Lagerfeuer oder auch gerissene Stromleitungen. Entgegen der häufig verbreiteten Meinung ist ein Entzünden von Bränden durch Glasscherben oder Flaschen im Wald eher unwahrscheinlich. Die  einzig relevante natürliche Brandursache im österreichischen Wald, die vor allem in Gebirgsregionen von Bedeutung ist, sind Blitzschläge.

Wie bei jedem Feuer hat auch die Entstehung von Waldbränden drei Voraussetzungen: Sauerstoff, brennbares Material und Zündenergie. Ob und in welcher Form ein Waldbrand ausbricht, hängt vor allem von der Witterung, der Tageszeit und dem vorhandenen Brennmaterial (z.B. Äste, Blätter, Baumstümpfe,…) ab.

Je nach Ausgangssituation treten die Feuer dabei in verschiedenen Formen auf: Unterirdische Erdfeuer breiten sich langsam aus und werden von Streu und Humus im Waldboden gespeist. Werden an der Bodenoberfläche niedrige Pflanzen wie Büsche und Kräuter sowie heruntergefallene Äste und Laub verbrannt, spricht man von Bodenfeuern. Besonders heftige Brände, die vom Waldboden bis hoch in die Baumkronen wandern, nennt man Kronenfeuer. Sie werden von starkem Wind und steilen Hängen begünstigt und benötigen dicht stehende Bäume und viel Brennstoff.

In unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft gefährden Waldbrände häufig Menschenleben - entweder direkt oder indirekt, wenn beispielsweise der Schutz vor Steinschlag oder Hangrutschungen durch den Wald nicht mehr gegeben ist. Aus diesem Grund werden in heißen, trockenen Perioden häufig Feuerverbote verhängt. Hält man sich an diese Verordnung, werden Waldbrände vermieden und die heimische Natur geschützt.

Waldbrände werden beispielsweise auch im Film Schäden und Schädlinge aus der Reihe „GENial- Der Wald im Klimawandel“ oder im Lehr- und Lernpaket „Tipps vom Kniggs im Wald“ aufbereitet.

(Text: Josef Hinterberger & Valerie Findeis|WALD trifft SCHULE)

 

Mehr zum Thema:

https://boku.ac.at/wabo/waldbau/forschung/themen/bewirtschaftungskonzepte/waldbewirtschaftung-und-klimaaenderung/waldbrand

https://www.geo.de/geolino/natur-und-umwelt/5259-rtkl-feueroekologie-neues-leben-nach-dem-brand

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/feueranpassung/24329

Ein lebenswichtiger Kreislauf (Juli 2021)

Wald speichert CO2 aus der Luft. Der Prozess, der auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel heiß diskutiert wird, ist eigentlich Teil eines großen Kreislaufs.

Bäume bestehen wie alle Pflanzen zu einem großen Teil aus Kohlenstoff. Um Holz, Blätter und Wurzeln aufzubauen wird Photosynthese betrieben. Dabei nehmen die grünen Pflanzenteile CO2 aus der Luft auf und binden den Kohlenstoff daraus mithilfe von Sonnenenergie und Wasser in Zuckermolekülen.

Die Photosynthese ist für uns Menschen auf vielfache Art von großer Bedeutung. Zum einen entnehmen die Bäume damit das Treibhausgas CO2 aus der Luft und wirken somit dem Klimawandel entgegen. Zum anderen fällt beim Prozess als Abfallprodukt Sauerstoff an, den die Pflanzen nicht mehr benötigen und wieder an die Luft abgeben.

Aus dem Zucker, der bei der Photosynthese entsteht, bauen die Pflanzen dann Zellulose auf. Diese besteht aus langen Zuckerketten und bildet den Hauptbaustein von Holz und Blättern.

Der nächste Schritt im Kreislauf ist, dass Pflanzenteile von verschiedenen Lebewesen gefressen und zersetzt werden. Abgestorbene Blätter und Äste werden am Waldboden durch zahlreiche kleinere Lebewesen in kleinere Bestandteile aufgespalten. Auch wenn Pflanzen von Rehen und anderen Pflanzenfressern aufgenommen werden, die wiederum von Beutegreifern wie etwa Füchsen gefressen werden, wird am Ende der Nahrungskette totes organisches Material von verschiedenen Insekten, Pilzen und Mikroorganismen zerkleinert. So gelangt der Kohlenstoff schließlich in den Waldboden, wo er zum Teil durch Prozesse wie die Atmung der Bodenlebewesen in Form von CO2 oder auch Methan (CH4) wieder an die Luft abgegeben wird, zum Teil in chemischen Verbindungen im Boden erhalten bleibt.

Auch fossile Rohstoffe wie Erdöl, Kohle oder Erdgas sind Teil dieses Kohlenstoffkreislaufs. Allerdings braucht es, anders als bei der vergleichsweise kurzen Umsetzungsrate von Pflanzen und Tieren, die im Boden zersetzt werden, 10.000 bis Millionen von Jahren, bis aus totem organischen Material unter Sauerstoffabschluss, hohem Druck und Hitze Erdöl oder Kohle entstehen. Wenn wir fossile Rohstoffe verbrennen, gelangt also CO2 aus Kohlenstoffvorräten in die Luft, die davor extrem lange Zeit im Untergrund gespeichert waren.

CO2 ist jenes Treibhausgas, das hauptverantwortlich für den Klimawandel ist. Somit ist seine Bindung in Pflanzen von großer Bedeutung. Wenn durch bestimmte Ereignisse im Wald viele Bäume gleichzeitig absterben, wie es bei Stürmen, Borkenkäferkalamitäten oder auch Waldbränden geschieht, werden auch große Mengen an gebundenem Kohlenstoff freigesetzt. Je länger aber Kohlenstoff in organischem Material gebunden bleibt, umso weniger Treibhausgase sind in der Luft verfügbar. Durch die Verwendung langlebiger Holzprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, etwa in Möbeln oder Holzbauwerken, kann der Kohlenstoffkreislauf und damit die Emission von CO2 hinausgezögert werden.

Welche Rolle der Wald im Klimawandel als Speicher von Kohlenstoff spielt, thematisiert auch der Film "Kohlenstoffspeicher Wald" aus der Reihe GENial - Der Wald im Klimawandel. 

Mehr über den Nahrungskreislauf im Wald

Mit der Natur arbeiten – Berufe rund um Wald und Holz (Juni 2021)

Das Hobby zum Beruf machen? Für einige Naturbegeistere hat sich dieser Traum erfüllt, denn sie haben in ihrem Beruf mit Wald und Holz zu tun. So können sie je nach Job entweder tagtäglich draußen an der frischen Luft und im herrlich grünen Wald sein, oder aber mit dem faszinierenden Werkstoff Holz arbeiten. Die Palette an waldbezogenen Berufen ist groß und reicht von Waldarbeiter*innen über Berater*innen bis zu Tischler*innen. Insgesamt sind in Österreich etwa 300.000 Menschen entlang der Wertschöpfungskette Wald-Holz beschäftigt.

Der wohl bekannteste Beruf im Wald ist der Förster bzw. die Försterin. Das romantische Bild, das in alten Heimatfilmen veranschaulicht wird, trifft auf moderne Förster*innen allerdings kaum mehr zu. Das Aufgabenfeld ist sehr breit und statt mit Bergstock und Gewehr sieht man Förster*innen heute häufig mit Tablet und GPS-Gerät. Denn auch im Wald ist das digitale Zeitalter angekommen und Förster*innen erheben viele Daten, um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sicherstellen zu können. So wird zum Beispiel die Entwicklung der Borkenkäferpopulation beobachtet, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. Auch die Planung von Pflegemaßnahmen, Aufforstungen und Nutzungen sowie das Markieren der zu fällenden Bäume obliegt oft Förster*innen. Für diesen Beruf wird eine schulische Ausbildung an der HBLA für Forstwirtschaft in Bruck an der Mur benötigt, die mit der Matura abgeschlossen wird. Nach einer anschließenden zweijährigen Berufspraxis kann eine staatliche Prüfung abgelegt werden. Unsere Wälder sind also in guten Händen.

Wenn man bei einem Waldspaziergang laute Motorengeräusche hört, werden diese oft von einer Kettensäge stammen. Waldarbeiter*innen fällen Bäume um nachhaltig Holz zu ernten und nachwachsenden Bäumen, der sogenannten Verjüngung, Platz und Licht zu geben. Bäume fällen ist eine sehr gefährliche Aufgabe, deshalb tragen die Waldarbeiter*innen eine persönliche Schutzausrüstung. Diese besteht aus einem Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz, einer speziellen Schnittschutzhose, welche bei einem Unfall die Kettensäge binnen Sekundenbruchteilen abstellt, Sicherheitsschuhen, Arbeitshandschuhen und auffallender Kleidung, um im Wald gesehen zu werden. Von dem Waldpersonal werden aber auch regelmäßig neue Bäume gepflanzt. Auch die Waldpflege ist eine wichtige Tätigkeit, bei der kranke oder nicht geeignete Bäume entnommen und gesunde, stabile Bäume gefördert werden. Für den Beruf des*der Waldarbeiter*in wird eine dreijährige Lehre absolviert, die mit der Lehrabschlussprüfung und dem Berufstitel „Forstfacharbeiter*in“ abgeschlossen wird.

Wenn ein Baum geerntet wurde, wird der nachhaltig produzierte Rohstoff Holz zumeist in einem Sägewerk weiterverarbeitet. Hier fertigen Sägewerksarbeiter*innen aus den runden Stämmen Materialien für die Bau- und Möbelindustrie, unter anderem Bretter, Kanthölzer, Pfosten oder Latten. Nachdem das Holz gut getrocknet ist, werden diese Materialien an weiterverarbeitende Firmen geliefert. So bauen zum Beispiel Tischler*innen daraus Möbel oder Zimmerleute Holzhäuser.

Was wäre der Wald ohne seine tierischen  Bewohner? Gesunde Wildtierpopulationen sind wichtig um das Gleichgewicht in der Natur aufrecht zu erhalten. Genau darum kümmern sich die Jäger*innen im Wald. Da wir Menschen einen Großteil der Lebensräume von Reh, Hirsch, Hase und Co mittlerweile für uns beanspruchen, greifen Jäger*innen dort ein, wo die Natur nicht mehr von alleine im Gleichgewicht ist. Damit helfen sie, Schäden an Bäumen und in der Landwirtschaft zu vermeiden, Futter in Notzeiten bereitzustellen und kranke oder überzählige Tieren zu entnehmen, um die restlichen zu schützen. Um Berufsjäger*in zu werden ist, ist eine zweijährige Ausbildung an einer Forstfachschule mit anschließenden Lehrjahren in einem Ausbildungsbetrieb Voraussetzung.

Die Arbeit mit Wald und Holz bietet also vielfältige und abwechslungsreiche Möglichkeiten. Genaueres zu den verschiedenen Tätigkeitsfeldern können im Unterrichtsmaterial Berufe rund um Wald und Holz erforscht werden.

(Text: Joseph Hinterberger | WALD trifft SCHULE)

 

Weitere Informationen:

https://www.forstfachschule.at/

https://www.forstschule.at/

https://www.berufsjaeger.at/berufsbild-jaeger/ausbildung.html

Tiere und Pflanzen auf Reisen (Mai 2021)

Wir schreiben das Jahr 1492. Durch die Entdeckung Amerikas verändert sich die Welt grundlegend. Mit der zunehmenden Globalisierung wird die Artzusammensetzung der unterschiedlichsten Regionen stark beeinflusst: Sogenannte Neobiota, also Pflanzen (Neophyten) und Tiere (Neozoen), die nach 1492 in neuen Regionen angesiedelt wurden, sind ein nicht immer gewünschter Nebeneffekt des globalen Austauschs. Rund 63 % der europäischen Neophyten wurden als Kultur- und Zierpflanzen bzw. Haustiere ganz bewusst nach Europa eingeführt, die restlichen Arten wurden jedoch ohne Absicht der Menschen transportiert. Tiere und Pflanzen die auf natürliche Weise bei uns eingewandert sind, zum Beispiel in Folge klimatischer Veränderungen, gelten nicht als Neobiota, da es sich in diesem Fall um einen natürlichen Prozess handelt.

Wenn in den unterwanderten Ökosystemen natürliche Feinde, Konkurrenz mit anderen Arten oder ungünstige Klimabedingungen als limitierende Faktoren fehlen, können sich Neobiota oft rasch und unkontrolliert vermehren. Solche als invasiv bezeichneten Arten können sich so stark ausbreiten, dass sie bestehende Bewohner eines Ökosystems verdrängen. Die fehlende Co-Evolution, also die gemeinsame Entwicklung und gegenseitige Anpassung von Arten und Gegenspielern über Jahrtausende hinweg, birgt auch Gefahren für den Menschen, da zum Teil gesundheitliche Probleme, etwa durch Allergien, ausgelöst werden können.

Viele Neobiota bringen jedoch auch Vorteile mit sich. So sind zum Beispiel Kartoffeln, Mais oder Tomaten beliebte Lebensmittel geworden. Andere eingebrachten Arten werden bereits als natürlich wahrgenommen, wie etwa der Fasan, das Mufflon oder die Regenbogenforelle. Ein kleiner Teil der eingebrachten Arte, wie etwa der Japanische Staudenknöterich oder der Riesenbärenklau, kann jedoch ökologische, gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden verursachen. Ein bewusster Umgang mit invasiven Arten und eine aufklärende Öffentlichkeitsarbeit sind daher nötig um sensible Ökosysteme zu schützen und das ökologische Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Es wird davon ausgegangen, dass es in Europa rund 12.000 und in Österreich rund 2.000 Neobiota gibt, die sich über die Zeit an die neuen Ökosysteme anpassen und diese verändern, bis ein neues Gleichgewicht entsteht.

Mehr über dieses Thema ist auch in den Unterrichtsmaterialien Neobiota unter uns oder Neobiota im Wald zu finden

(Text: Josef Hinterberger | WALD trifft SCHULE)

 

Weite Informationen zu Neobiota:

https://naturschutzbund.at/neobiota-in-oesterreich.html

https://www.neobiota.steiermark.at/

Schmaler Streifen - große Wirkung: Flurgehölze bieten besonderen Lebensraum (April 2021)

Kleinräumige Landschaftselemente haben oft große Bedeutung für die Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt.

Obwohl Windschutzgürtel, Hecken oder Baumreihen entlang von Bächen, die alle als Gehölzstreifen oder auch Flurgehölze bezeichnet werden, oft wie bloßes Gestrüpp wirken, erfüllen diese Landschaftselemente vielfältige Aufgaben. Die abwechslungsreichen Strukturen der Flurgehölze bieten Lebensraum für Tiere, schützen den Boden und liefern Holz als nachwachsenden Rohstoff.

Die oft kleinflächigen, schmalen Gehölzstreifen weisen zudem eine sehr hohe Artenvielfalt auf. Denn die unterschiedlichen Bedingungen zwischen dem lichtbeschienenen Außenrand und dem schattigen Inneren kommen einer Vielzahl an Tieren und Pflanzen zugute, die auf solche Nischen spezialisiert sind. Außerdem ermöglichen die langgezogenen Gehölzstreifen eine Verbindung zwischen sonst isolierten Ökosystemen, welche gerne von Kleinlebewesen (z.B. Insekten oder Amphibien) genützt werden. Auch größere Tiere wie Rehe nützen in landwirtschaftlich genützten Regionen Flurgehölze um Nahrung und Deckung zu suchen. Alt- und Totholz, sowie beerentragende Sträucher bieten optimale Lebensbedingungen für viele Sing- und Greifvögel. Durch die schattenspendenden Baumkronen bleibt das Wasser in angrenzenden Bächen kühler. Das sauerstoffreichere Wasser wirkt sich damit auch positiv auf die Fischpopulationen aus.

Bäume haben in Flurgehölzen nicht nur eine positive Wirkung auf die Tierarten. Ein dichter Unterwuchs verhindert die Abtragung des Bodens. Durch das Wurzelwerk der Bäume werden Uferböschungen entlang von Bächen stabilisiert. Da es jedoch auch zu Verklausungen und damit zu Hochwasser kommen kann, wenn größere Äste und Baumstämme in Bäche fallen und an Engstellen hängen bleiben, ist eine Bewirtschaftung und Betreuung der Flurgehölze besonders wichtig.

Die aktive Bewirtschaftung der Flurgehölze bietet viele Vorteile, wie zum Beispiel den Erhalt der Schutz- und Lebensraumfunktion, die diese erfüllen. Als Landschaftselement bringen Flurgehölze räumliche Abwechslung in landwirtschaftlich geprägten Regionen. Das bei der Bewirtschaftung anfallende Holz wird zudem als wichtiger Rohstoff für Bauten, Möbel oder auch als Energielieferant verwendet.
So bieten intakte Flurgehölze viele Vorteile für Mensch und Natur. Welche besonderen Strukturen und Lebensräume für einige Tierarten wichtig sind, wird beispielsweise in den Waldsteckbriefen vermittelt.

(Text: Josef Hinterberger | WALD trifft SCHULE)

Mehr dazu:

hhttps://www.purgstall-erlauf.gv.at/system/web/zusatzseite.aspx?detailonr=219067666  https://www.land-oberoesterreich.gv.at/files/publikationen/forst_flurgehoelze.pdf

 

Waldpädagogik – Bewusstsein schaffen für Groß und Klein (März 2021)

Die Augen öffnen und bisher unbeachtete Schätze des Waldes entdecken – das ist das Ziel der Waldpädagogik.

Im Wald fühlen wir Menschen uns wohl. Neben der Gelegenheit für Erholungssuchende, in angenehmer Atmosphäre dem stressigen Alltag zu entfliehen, bietet das Ökosystem Wald für uns alle auch die Möglichkeit, Neues zu lernen und spannende Erfahrungen zu sammeln. Mit spielerischen und praxisbezogenen Ansätzen bringen Waldpädagog*innen Naturbegeisterten die natürlichen Abläufe und Zusammenhänge im Wald näher und schaffen so Bewusstsein für unsere Natur. Gerade bei Kindern fördert das Entdecken des Waldes soziales Lernen, Selbstständigkeit und Kreativität. Die Naturerfahrungen mit allen Sinnen kennen jedoch keine Altersgrenzen - von Kleinkindern bis zu Senior*innen können sich alle einer waldpädagogischen Führung anschließen.

So schafft die Waldpädagogik ein altersgerechtes Walderlebnis, das eine nachhaltige Beziehung zwischen Mensch und Wald aufbaut. Der Inhalt der Führungen wird je nach Bedarf, Jahreszeit und Altersgruppe angepasst. Die Themenwahl ist vielfältig und reicht von klassischen Waldführungen bis hin zu Spezialthemen rund um Wald und Wild, den Wasserhaushalt im Wald, die Artenvielfalt in speziellen Lebensräumen oder auch Schneeführungen. Von der Verbesserung der Motorik eines Kleinkindes, über den Stressabbau bei Erwachsenen bis hin zur Förderung des sozialen Miteinanders bei Senior*innen - der Wald bietet für jede*n Entfaltungsmöglichkeiten.

Als vergleichsweise junge Disziplin ist die Waldpädagogik seit etwa 30 Jahren in Österreich etabliert und wird durch einen eigenen Zertifikatslehrgang an den forstlichen Ausbildungsstätten und durch den Verein der Waldpädagogik in Österreich unterstützt. Neben Waldführungen durch zertifizierte Forstleute, Lehrer*innen und Praktiker*innen bestehen auch Angebote von knapp 20, im ganzen Bundesgebiet verteilten Waldschulen. Für unsere Kleinsten sind Waldkindergärten Teil der elementaren Bildungslandschaft. So sind über 33 Kindergartengruppen sind österreichweit in den Wäldern unterwegs.

Gerade im digitalen Zeitalter entfernen wir uns immer weiter von der Natur. Umso größere Bedeutung kommt dem Dialog zwischen Mensch und Wald zu, den die Waldpädagogik auf vielfältige Weise ermöglicht.

(Text: Josef Hinterberger |WALD trifft SCHULE)

Mehr dazu:

Waldpädagog*innen finden

https://www.waldpaedagogik.at/

https://www.bmlrt.gv.at/forst/forst-bbf/aus-weiterbildung/paedagogik-schule/waldpaedagogik.html

„Mykorrhiza“ - nur ein Fremdwort, oder doch eine großartige Sache für den Wald? (Februar 2021)

Das Zusammenwirken zwischen Pflanzen und Pilzen ist von großer Bedeutung.

Steinpilz, Eierschwammerl, Trüffel und Fliegenpilz: Schwammerl sind im Wald ein bekanntes Bild und locken im Sommer so manche*n Feinschmecker*in in die Natur. Nicht ganz so bekannt bei den Schwammerln ist der unsichtbare, meist viel größere Pilzkörper, das sogenannte „Mycel“.  Dieses Pilzgeflecht wächst, im Boden versteckt, unter jedem sichtbaren Schwammerl. Denn die Schwammerl, die wir so gerne essen, sind nur die Fruchtkörper, die die Pilze zur Verbreitung ihrer Sporen (ihrer „Samen“) ausbilden. Die Lebensdauer dieser Fruchtkörper ist, ähnlich wie bei Früchten von Pflanzen, recht begrenzt. Die Pilze selber leben jedoch durch das Mycel verborgen unter der Erde weiter.

Die enorme Bedeutung zahlreicher Pilzarten geht weit über Gourmetspeisen hinaus: In einer uralten Form des Zusammenwirkens (der „Symbiose“) schließen sich viele Pilze über ihr Mycel mit Baum- oder Strauchwurzeln zusammen und genießen dadurch gegenseitige Vorteile. Diese Kooperation, auch „Mykorrhiza“ genannt, bringt den Pilzen Zucker aus der Photosynthese der Pflanzen. Im Gegenzug steht den Pflanzen der Vorteil der großen Reichweite der Pilzfäden zur Verfügung. So gelangen sie an Bodennährstoffe, die ihre Wurzeln alleine nicht erreichen würden. Gleichzeitig können die Pilze Schwermetalle aus dem Boden entnehmen, die sonst in die Bäume gelangen würden. Mykorrhizen können die Wasserversorgung der Pflanzen verbessern, ihre Widerstandskraft gegen Trockenstress und Krankheiten vergrößern und das Wachstum unterstützen.

Je nach Ausbildung der Mykorrhiza unterscheidet man zwischen zwei Formen:

An den meisten heimischen Baum- und Straucharten treten Ektomykorrhizen auf. Dabei bildet sich außen um die Wurzeln ein dickes Pilzgeflecht, das teilweise mit feinen Fäden in die Rinde der Wurzeln eindringt und zwischen den Zellen eine Art Netz bildet.

Wachsen die Pilzfäden jedoch auch in die Zellen der Wurzelrinde ein, spricht man von Endomykorrhizen. Diese Form der Symbiose tritt häufiger bei krautigen Pflanzen auf. Für viele Orchideenarten und Heidekraut ist diese Symbiose charakteristisch. Eine spezielle Form der Endomykorrhiza, in der der Pilz innerhalb der Pflanzenzellen bäumchenartige Verzweigungen ausbildet, unterstützt beispielsweise viele unserer Getreidepflanzen beim Wachstum.

Die Bedeutung von Mykorrhizen für das Ökosystem Wald ist enorm. Es wird vermutet, dass karge und nährstoffarme Standorte überhaupt erst mit Hilfe dieser wertvollen Symbiose durch Pflanzen besiedelt werden konnten.

Die geheimnisvolle, vielfältige Welt der Pilze im Wald und die Bedeutung von Mykorrhizen für das gesamte Ökosystem sind beispielsweise im Stundenbild „Natur-Lebensräume Pilze“ für den Unterricht in der Oberstufe aufbereitet.

(Text: Valerie Findeis | WALD trifft SCHULE)

Mehr dazu:

https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/baeume-und-waldpflanzen/pflanzenoekologie/mykorrhiza

https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/pilze-und-flechten/eine-feine-gesellschaft

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/mykorrhiza/7904

Wintertourismus mit Rücksicht auf die Natur (Jänner 2021)

Viele Landschaften und Berge sind derzeit in ein strahlend weißes Winterkleid gehüllt. Gerade in einer Zeit, in der wir im Alltag starke Einschränkungen erleben, sehnen wir uns nach Bewegung an der frischen Luft. Ob Skifahren, Skitouren Schneeschuhwanderungen, Langlaufen oder Rodeln – die Natur lockt mit vielfältigen sportlichen Möglichkeiten! Für einen harmonischen Winterausflug ist jedoch auch ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur wichtig.

Denn der winterliche Wald ist viel mehr als nur ein Freizeitparadies: Auch in der kalten Jahreszeit erfüllt das Ökosystem vielfältige Funktionen für die Gesellschaft, wie etwa den Schutz vor Lawinen und anderen Naturgefahren.
Zudem ist der Wald Lebensraum für zahlreiche Tiere wie Rehe, Hirsche oder Gamswild, die den Winter über nicht schlafen, sondern weiterhin aktiv sind. Als Pflanzenfresser ist das winterliche Nahrungsangebot für sie jedoch eher mager, weshalb diese Wildtiere im Winter hauptsächlich von Energiereserven leben, die sie während der warmen Jahreszeit angefuttert haben. Um sparsam mit diesen wertvollen Fettdepots umzugehen, fahren die Tiere ihren Kreislauf auf ein Minimum herunter. Werden sie aber im Einstand von uns Menschen gestört, flüchten die Tiere und müssen dafür ihren Stoffwechsel ankurbeln. Dieser erhöhte Energieverbrauch bedeutet körperlichen Stress und bei Überforderung auch Lebensgefahr für Rehe, Hirsche und Gämsen. Wenn Wild von Futterstellen in den Wald flüchtet, nimmt es häufig die Rinde oder die Triebe von Bäumen als Nahrung auf. Dadurch kommt es oft zu Schäden an Bäumen, die dazu führen, dass der Wald viele seiner Wirkungen – etwa als Schutz vor Naturgefahren – nicht mehr erfüllen kann. Ruhe ist für die Wildtiere im Winter daher ganz besonders wichtig.
Unter der Schneedecke sind außerdem oft junge, empfindliche Bäumchen verborgen, die dafür sorgen, dass Wälder auch in Zukunft bestehen bleiben. Durch die scharfen Kanten von Skiern oder anderen Wintersportgeräten können die Jungpflanzen jedoch unabsichtlich beschädigt werden.

Die Themen Schutzwald, Freizeitnutzung und Wildtiere im Wald können beispielsweise mit der Filmreihe „Schutz vor Naturgefahren“ oder dem Lernszenario „Tipps vom Kniggs im Wald“ im Unterricht eingebaut werden.

Damit dem Spaß nichts im Wege steht, sollten achtsame Wintersportler die nachfolgende Handvoll Regeln für Fair Play im Winterwald beachten:

  • Der Wald ist Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen – Rücksicht bei Waldbesuchen ist angewandter Naturschutz.
  • Winter im Wald bedeutet in vielen Regionen Holzerntezeit – auf Hinweistafeln zu achten sorgt für ein sicheres Miteinander und ermöglicht eine nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz.
  • Wälder im steilen Gelände schützen Menschen und Infrastruktur – wer auf markierten Wegen und Routen bleibt, schützt sich und andere.
  • Ruhezonen und Fütterungskonzepte sind im Winter überlebenswichtig für Wildtiere – mit verantwortungsvollem Verhalten und Meiden von Ruhe- und Fütterungsflächen helfen wir den Tieren gut durch den Winter zu kommen.
  • Junge Pflanzen sind im Winter oft knapp unter der Schneedecke verborgen – wer sich auf ausgewiesenen Routen bewegt, sichert den Wald der Zukunft.

Mehr dazu:

https://landforstbetriebe.at/meta/presse/2020-12-15-pa-walddialog/

https://www.respektieredeinegrenzen.at/

Wald-Begleiter des BMLRT

Das Bedürfnis nach Kunst und Kultur im Corona-Winter (Dezember 2020)

Als Bühne für zahlreiche Märchen und Sagen wie auch als Inspiration und Vorlage für die bildenden Künste, Musik und Literatur steht der Wald seit jeher auch in einem kulturellen Kontext. Heuer läuft im Bereich der Kultur vieles sehr anders: Theater, Konzerthäuser und selbst die Museen sind im Moment geschlossen. In den Monaten der Öffnung war ein großes Interesse an Theatervorstellungen, Konzerten, Kinderveranstaltungen und museumspädagogischen Angeboten zu beobachten. Ab wann sich die Pforten wieder öffnen werden, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt noch abzuwarten.

Wald trifft Kunst!

Manch aufmerksamen Beobachter*innen mag aufgefallen sein, wie stark der Wald auch in Österreichs Museen vertreten ist. Nicht nur die naturkundlichen Sammlungen der Museen des Landes haben das Ökosystem und seine Lebewesen regelmäßig im Programm. Auch im kunsthistorischen Kontext begegnet uns der Wald immer wieder im musealen Umfeld.

Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) schenkt dieser Verknüpfung von Wald und Kunst regelmäßig Aufmerksamkeit und richtet das Augenmerk immer wieder auf diese vielleicht unerwartete, auf jeden Fall aber interessante Paarung zwischen Natur und Kultur:

Die Bildungsunterlage „Unseen Science- Land schafft Kunst“ geht der Frage nach, was Wälder und Bilder gemeinsam haben könnten und schlägt dabei eine Brücke zwischen der Kunst und naturwissenschaftlichen Inhalten, die Landschaftsbilder in sich tragen. Im Unterricht ab der 9. Schulstufe lassen sich die fünf thematischen Kurzfilme der Bildungsunterlage gemeinsam mit einer begleitenden Broschüre  in den Unterrichtsgegenständen Biologie, Bildnerische Erziehung, Geschichte und Sozialkunde, aber auch Ethik, Philosophie und Psychologie, Geografie und Wirtschaftskunde, Berufsbildung und Religion als auch speziell fächerübergreifend vielfältig einsetzen.

Über alldem sei jedoch nicht vergessen, wie bereichernd ein Waldspaziergang auch im Winter sein kann. Wie wäre es mit einer Kombination aus realem Erleben und einem anschließenden wärmenden Tee bei Literatur oder Musik? Frei nach dem Motto „Runter vom Sofa – rauf aufs Sofa!“

Viele Komponistinnen und Komponisten haben sich vom Wald & Natur inspirieren lassen, nehmen wir nur Lieder von Johannes Brahms, Franz Schubert oder Robert Schumanns Vertonungen von Eichendorff-Gedichten! Olivier Messiaen beispielsweise beschäftigte sich eingehend mit der Ornithologie, wie bei seinem „Vogelstimmenkatalog“ zu hören ist.

Aber auch aus der Literatur, allen voran den Märchen, ist der Wald nicht wegzudenken. Die kalte Jahreszeit ist prädestiniert fürs Lesen, noch dazu bei den eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten. Vorlesen ist der Grundstein fürs eigene Lesen, es fördert die Vorstellungskraft, die Konzentration und vieles mehr.

Eine Auseinandersetzung mit dem Wald in Kunst und Literatur im Schulunterricht ermöglichen auch die Stundenbilder „Einfach schön! Kunst im Wald“ und „Once upon a time…“ der WALD BOX für die Oberstufe.

Um dem Mangel an Kultur etwas Abhilfe zu schaffen, bieten Kultureinrichtungen eine Vielzahl an digitalen Angeboten, beispielsweise unter den folgenden Linksammlungen:

www.bmkoes.gv.at/Themen/Corona/Corona-Kunst-und-Kultur-Online.html

https://magazin.oebv.at/kunst-und-kultur-virtuell-erleben/

Machen Sie das Beste aus dem Corona-Winter, der Wald hat Ihnen dafür mit seiner kulturellen Dimension viel zu bieten!

(Text: Andrea Köhler|BFW)

Multitalent Holz (November 2020)

Möbelstücke, Häuser oder gemütliches Kaminfeuer assoziiert wohl jede*r mit dem Rohstoff Holz. Doch die tollen Funktionen von Holz werden bereits in vielen anderen Bereichen unseres täglichen Lebens genutzt: Beispielsweise werden heute schon viele Kleidungsstücke aus feinen Holzfasern hergestellt. Auch in diversen Lebensmitteln wird Zucker verwendet, welcher von Bäumen bei der Photosynthese gebildet wird. Um das Multitalent Holz genauer unter die Lupe zu nehmen, widmet die Plattform „Holz macht Schule“ sich ganz diesem besonderen Rohstoff und untersucht viele spannende Fragen, wie zum Beispiel:

 

  • Warum wird eine Schaukel aus Lärchenholz gebaut?
  • Warum ist eine Palme kein Baum?
  • Warum darf man einen Holzboden nie mit zu viel Wasser aufwischen?
  • Schwitzen Bäume auch?
  • Was hat Holz mit Seifenblasen zu tun?
  • Kann man einen Jahrring an den Finger stecken?
  • Warum ist es in einem Holzhaus im Sommer angenehm kühl und im Winter warm?

Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Kinder und Jugendliche selbst anhand von spannenden Experimenten heraus. Die Versuche sind im 80-seitigen Holzexperimente-Forscherheft anschaulich mit Fotos und Illustrationen erklärt – des Weiteren wird eine Menge an Hintergrundwissen geboten. Die meisten Experimente können mit Alltagsmaterialien durchgeführt werden. Zusätzlich stehen im „interaktiven Holzexperimente-Forscherheft“ zahlreiche Kurzvideos mit Experimentier-Anleitungen zur Verfügung.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Forschen und Tüfteln!

Weitere Informationen und Unterlagen rund um das Multitalent Holz finden sich unter www.holzmachtschule.at

(Text: Petra Seebacher und WALD trifft SCHULE)


 

Schutzwald - ein lebenswichtiges Naturgut (Oktober 2020)

Österreichs Landschaft ist vielfältig und hat etwas für jede*n Naturliebhaber*in zu bieten. Auf steilen Hängen, an Wildbächen und Flussläufen sind jedoch Ereignisse wie Lawinen, Rutschungen, Steinschlag, Muren und Hochwasser oft ganz natürlich vorprogrammiert.

Mit der vom Alpenmassiv geprägten Topografie Österreichs kommt daher dem Schutz vor Naturgefahren eine besondere Rolle zu. Neben technischen Schutzmaßnahmen, zu denen beispielsweise Steinschlagnetze, Lawinengalerien oder auch Wildbachsperren zählen, werden wir Menschen, unsere Häuser, Straßen und andere Einrichtungen auch durch die vielfältigen Wirkungen des Waldes vor Naturkatastrophen geschützt.

Wald schützt auf vielfältige Weise

Eine der wichtigsten Eigenschaften des Waldes in dieser Hinsicht ist sein positiver Einfluss auf den Wasserhaushalt: Durch die Durchwurzelung und den Wasserverbrauch der Bäume kann der Boden bei Starkregen mehr Wasser aufnehmen, wodurch das Risiko für Überschwemmungen verringert wird. Auch die Kronen der Bäume fangen große Niederschlagsmengen auf. Dadurch wird beispielsweise auch ein ungünstiger Schneedeckenaufbau verhindert und die Gefahr einer Lawine reduziert. Herabfallende Felsbrocken und Steine können von Waldbeständen ebenfalls aufgehalten werden, zudem festigen Baumwurzeln rutschgefährdete Hänge. 

Schutzwälder sind laut Österreichischem Forstgesetz jene Wälder, die uns Menschen und unsere Infrastruktur schützen und als Objektschutzwälder bezeichnet werden.  Es gibt aber auch solche, die ihren eigenen Standort schützen, beispielsweise auf besonders erosionsgefährdeten oder rutschgefährdeten Böden, die ohne Bewaldung bald von Wind und Wasser abgetragen würden. Solche Schutzwälder werden als Standortschutzwälder bezeichnet.

Schutzwaldpflege vor Herausforderungen

Damit die Schutzwirkung nachhaltig sichergestellt werden kann, bedarf der Wald oft einer besonderen Behandlung. Denn nicht jede Baumartenzusammensetzung, Bestandesdichte usw.  ist für die Erfüllung der Schutzfunktion geeignet. Die Pflege und vor allem die Verjüngung von Schutzwäldern gestalten sich dabei durch Wildeinfluss, häufig schwer zugängliche Lagen und finanzielle Fragen als Herausforderung für die Waldbewirtschafter*innen.

Zudem bergen aktuelle Entwicklungen Risiken für die Sicherstellung der Schutzwirkung: So ist im Zuge des Klimawandels mit vermehrten Schadereignissen wie Stürmen oder Waldbränden zu rechnen, die Schutzwaldbestände flächig zerstören können. Auch die zunehmende Freizeitnutzung des Waldes kann eine Herausforderung für die Erhaltung der Schutzwirkung darstellen.

Aktionsprogramm für zukunftsfitten Schutzwald

Um diese Herausforderungen zu meistern und den österreichischen Schutzwald fit für die Zukunft zu machen, wurde im Jahr 2019 das Aktionsprogramm „Schutzwald“ vom zuständigen Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus ins Leben gerufen. Unter Einbindung aller Akteur*innen werden eine Vielzahl an Maßnahmen für die nachhaltige Erhaltung und Verbesserung der Schutzfunktion unserer Wälder gesetzt.

Mit spannenden Informationen rund um den Schutzwald und das Aktionsprogramm eignen sich die Broschüre „Wald schützt uns!“ und der darauf abgestimmte Kurzfilm besonders für eine multimediale Aufbereitung des Themas im Schulunterricht! 
(Text: Valerie Findeis/WALD trifft SCHULE)

Quellen und weitere Informationen:

www.schutzwald.at

www.naturgefahren.at 

Aktionsprogramm Schutzwald- Wald schützt uns!

Wald schützt uns! (Film)


 

Unberührte Wildnis (September 2020)

…findet man in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft nur an ganz bestimmten Plätzen.

Wo immer wir Menschen leben, wird auch Land genutzt. Noch existierende Urwälder stehen daher meist unter strengem Schutz. Im Gegensatz zum Wirtschaftswald, der zur nachhaltigen Holzgewinnung genutzt wird, definiert man jene Waldstücke als Urwälder, die nachweislich seit der Wiederbewaldung nach der letzten Eiszeit nicht von Menschen bewirtschaftet wurden.

Auch in Österreich stehen die letzten Urwälder unter strengem Schutz, damit sie wertvolle Plätze für ihre besonderen Arten sein können. Sie liefern auch wichtige Erkenntnisse über Vorgänge und Dynamiken natürlicher Ökosysteme für die Wissenschaft.

Der größte Urwald Österreichs ist der in Niederösterreich gelegene Rothwald.  Er ist Teil des seit 2002 dauerhaft geschützten Wildnisgebietes Dürrenstein. Mit dem Neuwald am Lahnsattel und dem Urwald Dobra im Waldviertel werden zwei weitere, kleinere Urwälder in Österreich bewahrt. Daneben existieren mehrere unberührte Kleinstandorte, die als Urwaldreste bezeichnet werden können.

Den Schutz dieser Naturschätze regelt meist die Weltnaturschutzorganisation IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources). Wildnisgebiete fallen in die strengste Schutzkategorie nach IUCN: Besucher*innen dürfen nur im Rahmen von Führungen in die geschützte Zone. Hier dürfen natürliche Prozesse ihren Lauf nehmen, dazu gehört auch das Absterben größerer Waldbestände durch Schadinsekten, Stürme und andere Ereignisse. Solche Dynamiken finden im Wirtschaftswald nicht statt, da die Erfüllung der vielen verschiedenen Waldfunktionen in diesen für die Gesellschaft – unter anderem der Schutz vor Naturgefahren, die Bereitstellung nachwachsender Rohstoffe wie auch erholsame Spaziergänge im Wald – besonders wichtig ist.

Zusätzlich zu den auf internationaler Ebene geregelten Schutzgebieten der IUCN, zu denen übrigens auch Nationalparks zählen, können Wälder auch in einem österreichischen Vertragsmodell als Naturwaldreservat ausgewiesen werden und außer Nutzung gestellt werden. Seit 1995 wurde von Waldbesitzer*innen eine Fläche von mehr als 8.000 Hektar freiwillig für dieses Naturschutzprogramm zur Verfügung gestellt.

Wie man sich auch außerhalb dieser geschützten Gebiete für selten gewordenen Tierarten einsetzen kann, beschreibt zum Beispiel die Broschüre Aktiv für Eulen.

 

Weiter Infos:

https://www.kalkalpen.at/de/Urwald

http://www.naturwaldreservate.at/index.php/de/

https://www.wildnisgebiet.at/

https://www.iucn.org/

(Text: Valerie Findeis/WALD trifft SCHULE)


 

Sehnsucht nach Grün (August 2020)

Die Corona Pandemie hat vieles auf den Kopf gestellt und - im besten Fall! – nur unseren Urlaubsplänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Anstatt an ferne, exotische Destinationen zu reisen, an denen wir im Sommer mit Sand zwischen den Zehen und Blick aufs blaue Meer den Alltag hinter uns lassen, bleiben viele heuer lieber zu Hause und verbringen den Urlaub in Österreich.

So kommt es, dass sich unsere Zehen vielleicht bald auf nadeligem und moosigem Waldboden wiederfinden, wir an heißen Tagen der Stadt entfliehen und in der angenehm kühlen Waldluft erstaunlich gut zum Durchatmen kommen.

Österreich ist klein, aber reich an vielfältiger Natur- und Kulturlandschaft, wohltuenden grünen Orten, die besonders zum Entspannen und Baumelnlassen der Seele einladen. Sogar die Wissenschaft belegt, dass nicht nur „blue spaces“, wie das Meer, Bäche oder Teiche, sondern auch „green spaces“ positiv auf unser Wohlbefinden einwirken. Der Wald ist ein landschaftsprägender „green space“ in Österreich und trägt so vielfach dazu bei, unsere Sehnsucht nach Grün und der Natur vor der Haustüre zu stillen.

Wer den Wald beim Urlauben intensiver (wieder-) entdecken will und genauer wissen möchte, welche Bäume zum hohen, schattenspendenden Kronendach über dem eigenen Kopf beitragen, dem möchten wir den Baumarten-Bestimmungsfächer des BFW ans Herz legen. Mit diesem handlichen botanischen Rüstzeug lassen sich 46 Laub- und Nadelbäume und Sträucher sowie einige Begleitarten anhand der prägnanten und doch tiefgehenden Informationen erkennen.

Auch für den Schulunterricht eignet sich der Bestimmungsfächer bestens - sowohl indoor zur Vorbereitung als auch outdoor im Wald oder, je nach Entwicklung der Pandemie, zum Schmökern in den eigenen vier Wänden. Selbst wenn Kontakt mit echter Natur durch Bilder nicht ersetzt werden kann, so steigert doch allein der Anblick von Naturbildern schon unser Wohlbefinden.

Übrigens sind die Baumarten so detailliert beschrieben, dass der Bestimmungsfächer auch noch nach dem Sommer zur Hand genommen werden kann, wenn der Wald sich im spätherbstlich kargen, winterlich weißen oder geheimnisvoll frühlingshaften  Gewand zeigt.

Wer sich noch intensiver mit dem Lebensraum Wald beschäftigen will, der kann sich auch mit folgenden anderen Bestimmungsfächern in den Wald begeben:

Speisepilze

Waldböden

Holz zerstörende Pilze

Raupen und Afterraupen

Sofern man im Urlaub nicht unbedingt digitales Fasten betreibt, kann man den Wald auch mit dem Smartphone erkunden. Zahlreiche Apps helfen beim Bestimmen und Erkennen unterschiedlichster Tiere und Pflanzen. 

Mehr unter https://www.waldwissen.net/wissen/fva_smartphones/index_DE

Der Baumartenfächer kann über die Bibliothek des BFW bestellt werden:
Tel.: 01-878 38 1216; Fax: 01-878 38 1250
E-Mail: bibliothek@bfw.gv.at

Online-Bestellung

(Text: Franziska Krainer)


 

Wald im Klimawandel (Juli 2020)

Für manche Regionen Österreichs können die Auswirkungen des Klimawandels fatal werden. Gerade in den heißen und trockenen Sommermonaten werden diese Entwicklungen spürbar. 

Vor allem auf Standorten in niederschlagsärmeren Gegenden macht die steigende Trockenheit den Bäumen oft zu schaffen. Neben Symptomen für Trockenstress wie Laub- oder Astabwurf hat dies auch zur Folge, dass sich Schadorganismen schneller und stärker ausbreiten können.

Während der Klimawandel in feuchten Gebirgslagen das Pflanzenwachstum begünstigen könnte, werden im Flachland daher oft neue Lösungen gefordert sein, um die wichtigen Wirkungen des Waldes nachhaltig bereitzustellen. Eine Möglichkeit können Baumarten sein, die ursprünglich in warmen, trockeneren Gebieten vorkommen.

Denn neben seinen Funktionen als Schutz vor Naturgefahren, Rohstoffproduzent oder Erholungsraum fixiert der Wald durch Photosynthese große Mengen an CO2 und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz!

Licht in die komplexe Thematik rund um Wald und Klimawandel bringt unter anderem die Filmreihe „GENial – Der Wald im Klimawandel“, die für die Schule entwickelt wurde und den Zuseher*innen die Zusammenhänge zwischen klimafitten Baumarten, Ökosystem und Bewirtschaftung vermittelt.

 

Mehr dazu:

Zu den Filmen auf www.youtube.com

Thema Klimwandel und Wald auf www.waldwissen.net

www.klimafitterwald.at


 

Ganz im Zeichen des Waldes (Juni 2020)

Seit den siebziger Jahren macht die „Woche des Waldes“ auf die Bedeutung des Waldes und seiner Funktionen aufmerksam. Sie wurde von der österreichischen Forstwirtschaft initiiert, mit dem Ziel, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse am Wald zu wecken und das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser Ressource zu fördern. Die Schwerpunktwoche will die Kommunikation und den Dialog zu aktuellen Problemstellungen rund um die Bewirtschaftung dieses wichtigen Ökosystems stärken.

Wie jedes Jahr findet die „Woche des Waldes“ auch heuer wieder in der zweiten Juniwoche statt  - somit stehen die Tage vom 8. bis 14. Juni ganz im Zeichen des Waldes.

Österreichs Staatsfläche ist fast zur Hälfte mit Wald bedeckt. Diese natürliche Ressource ist Natur-, Erlebnis- und Lebensraum zugleich und stellt uns wichtige Ökosystemleistungen zur Verfügung: Der Wald sorgt zum Beispiel für saubere Luft und Trinkwasser und liefert nachwachsende Rohstoffe. Darüber hinaus schafft der Wald auch Arbeitsplätze und bietet Schutz vor Naturgefahren.

Durch eine nachhaltige Bewirtschaftung können die zahlreichen Waldbesitzer*innen dazu beitragen, diese vielfältigen und zum Teil lebenswichtigen Funktionen des Waldes zu erhalten.

Doch auch die zunehmende Nutzung des Waldes für Freizeitaktivitäten stellt dieses wertvolle Ökosystem - zusätzlich zu den klimatischen Veränderungen - vor immer größere  Herausforderungen. Hier kann jede*r einen Beitrag dazu leisten, die zahlreichen Waldleistungen nachhaltig sicherzustellen.

Schon im Volkschulalter können die vielfältigen Waldfunktionen und der achtsame Umgang in und mit dem Wald thematisiert werden. Der Lehrplan der Grundstufe I und II sieht vor, das Verständnis der Natur als Lebensgrundlage der Menschen zu stärken, das Begreifen des Menschen als Teil der Natur zu fördern, sowie den Kindern Grundkenntnisse und fachspezifische Arbeitsweisen zu vermitteln. Dabei spielt auch das eigene verantwortungsvolle Verhalten in der Natur eine Rolle.

Die Lernszenarien „Tipps vom Kniggs im Wald“ wecken mit ihrem spielerischen, multimedialen Zugang das Interesse am Wald und fördern das Bewusstsein im Umgang mit der grünen Lunge.

Tipps vom Kniggs im Wald - Lernszenario 1

Tipps vom Kniggs im Wald - Lernszenario 2

Tipps vom Kniggs im Wald - Lernszenario 3

Tipps vom Kniggs im Wald - Lernszenario 4

Tipps vom Kniggs im Wald - Lernszenario 5

Mehr dazu: 

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

www.waldwoche.at


 

Schulschwerpunkt Wald (April 2020)

Der Wald ist derzeit nicht nur im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung, sondern auch als Themenschwerpunkt im Lehrplan verankert. Vor Kurzem hat sich auch die ORF-Freistunde dem Wald gewidmet. Es werden die Funktionen des Waldes anschaulich erklärt und die Bedeutung des Waldes für Österreich dargestellt. Von "Was wurde aus dem Waldsterben?" über die heimischen Baumarten bis hin zum Borkenkäfer werden viele Aspekte des Waldes in den Beiträgen beleuchtet.


 

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